Bauteil Information        
 

Im Bereich Bauteile finden sich neun Bauteilarten (Aussenwand, Innenwand, Trennwand,...), die sich in 42 Grundkonstruktionstypen (hinterlüftete oder nicht hinterlüftete Aussenwand, Aussenwand mit oder ohne Installationsebene,...) unterteilen. Jede Grundkonstruktion beinhaltet mehrere Varianten die durch die Modifikationen der Dämmstoffdicke, der Dämmstoffart und der Achsabstände zustande kommen.

Zu jeder Bauteilvariante sind die bauphysikalischen (Brand-, Schall- und Wärmeschutz) und ökologischen Kennwerte (Ökoindex) dokumentiert. Jede Variante wird als pdf-Datenblatt für den Nachweis bei Behörden zur Verfügung gestellt. Alle Kennwerte wurden durch Prüfung, Berechnung oder Beurteilung akkreditierter Prüfanstalten ermittelt.

Die Prüfanstalten werden die veröffentlichten Datenblätter ständig auf Aktualität und etwaige Fehler überprüfen. Aktuelle Fassungen von Datenblättern ersetzen frührere Versionen.

Bauteile können über die Auswahl der Konstruktion (Holzmassivbau oder Holzrahmenbau, mit oder ohne Hinterlüftung, ...) oder über bauphysikalische Parameter (REI30, U>0,20 W/m²K, ...) gezielt gesucht werden. Sollte die gesuchte Bauteilnummer
(z.B. awrhhi04a-00) bekannt sein, findet man direkt über die Eingabe der Nummer im Suchfeld der Startseite zur jeweiligen Konstruktion.

Das pdf-Datenblatt des Bauteils enthält folgende Informationen:

  • Bauteilbezeichnung
  • 3d-Abbildung
  • 2d-Schnitt mit Legende
  • Bauphysikalische und ökologische Bewertung
  • Detaillierte Baustoffangaben zur Konstruktion
  • Ökologische Bewertung im Detail

Bauteilbezeichnung

Erklärung siehe Namenskonvention

3d-Abbildung

Es ist jeweils die 3d-Abbildung der Grundkonstruktion (Referenzaufbau –00) am Blatt abgebildet, auch wenn es sich bei dem beschriebenen Aufbau um eine Variation handelt.

2d-Schnitt mit Legende

Es ist jeweils der 2d-Schnitt mit Legende der Grundkonstruktion (Referenzaufbau –00) am Blatt abgebildet, auch wenn es sich bei dem beschriebenen Aufbau um eine Variation handelt.

Bauphysikalische und ökologische Bewertung

Am Datenblatt finden sich folgende bauphysikalischen Kennwerte:

  • Feuerwiderstandsklasse REI
    (nach ÖNORM EN 13501-2)
  • Mittlerer Wärmedurchgangskoeffizient U [W/m²K] (nach ÖNORM B 8110-1 bzw. ÖNORM EN ISO 6946)
  • Wasserdampfdiffusionsverhalten (nach ÖNORM B 8110-2)
  • Flächenbezogene speicherwirksame Masse mw,B,A [kg/m²] (nach ÖNORM B8110-3)
  • Bewertetes Schalldämm-Maß Rw [dB] (nach ÖNORM EN ISO 140-1 bzw. ÖNORM EN ISO 717-1)
  • Bewerteter Norm-Trittschallpegel Ln,w [dB] (nach ÖNORM EN ISO 140-6 bzw. ÖNORM EN ISO 717-2)
  • Ökoindex – siehe Ökologische Bewertung im Detail

Detaillierte Baustoffangaben zur Konstruktion – Schichtaufbau

Die verwendeten Baustoffangaben wie Dichte, Wärmeleitfähigkeit und Spezifische Wärmekapazität wurden einerseits aus dem „Katalog für wärmeschutztechnische Rechenwerte von Baustoffen und Bauteilen“ (ON, 2001) und andererseits aus div. Produktnormen entnommen. Die Angaben der Wasserdampfdiffusions-widerstandszahl µ stammen sowohl aus dem Endbericht „Erhebung bauphysikalischer sowie ökologischer Kennwerte von Holz und Holzwerkstoffen“ (Fachverband der Holzindustrie, 2002) als auch aus div. Prüfzeugnissen. Die Euroklassen für das Brandverhalten wurden den Entscheidungen der Europäischen Kommission zur Festlegung der Brandverhaltensklassen für bestimmte Bauprodukte entnommen. Die dynamische Steifigkeit s' und der längenbezogene Strömungswiderstand r wurden vom TGM/Versuchsanstalt für Wärme- und Schalltechnik bestimmt.

 

Ökologische Bewertung im Detail

Die ökologische Bewertung der Holzbaukonstruktionen erfolgt mittels der Software ECOSOFT. ECOSOFT ist ein Programmtool zur Berechnung der Umweltindikatoren gemäß CML 2001 von Baukonstruktionen und Gebäuden auf Basis der IBO-Baustoffdatenbank. ECOSOFT basiert auf der MS Office-Anwendung Excel und wurde vom IBO - Österreichisches Institut für Baubiologie und –ökologie entwickelt.

In ECOSOFT werden Baukonstruktionen schichtweise aus den einzelnen Baustoffen aufgebaut: Für jede Schicht wird der Baustoff aus der Datenbank ausgewählt und die Schichtdicke sowie der Volumsprozentanteil des Baustoffs an der Schicht angegeben. Von der Datenbank werden Rohdichte und Lebensdauer des entsprechenden Baustoffs vorgeschlagen, diese Parameter können produktspezifisch geändert werden.


Baustoffdatenbank – Baustoffbilanz

Die IBO Baustoffdatenbank umfasst derzeit mehr als 500 Baustoffe mit jeweils 30 unterschiedlichen Umweltindikatoren und wird laufend aktualisiert und erweitert. Die Baustoffe sind stufenkumuliert bis Zeitpunkt »Produkt ab Werk« bilanziert. Es werden somit alle vorgelagerten Prozesse bis zum auslieferfertigen Produkt berücksichtigt. Für jeden Prozessschritt werden Material-, Transport- und Energieinputs sowie Emissionen in Luft, Boden, Wasser und Abfälle ermittelt. Die Berechnungen zur Baustoffbilanzierung erfolgen mit dem Programm SimaPro unter Verwendung von CML2 Baseline 2001.

Ökologische Kennzahlen

Im Datenblatt werden folgende ökologische Kennzahlen angegeben:

  • Treibhauspotential (GWP)
  • Versauerungspotetnial (AP)
  • Bedarf an erneuerbarer und nichterneuerbarer energetischer Ressourcen (PEI e, PEI ne)
  • Bildung von Photooxidantien (POCP)
  • Eutrophierung (EP)
  • Ökoindex OI3Kon berechnet

GWP

Für die häufigsten treibhauswirksamen Substanzen ist relativ zur Leitsubstanz Kohlendioxid (CO2) ein Parameter in der Form des Treibhauspotentials GWP (Global Warming Potential) definiert. Dieses Treibhauspotential beschreibt den Beitrag einer Substanz zum Treibhaus-effekt relativ zum Beitrag einer gleichen Menge Kohlendioxid.

AP

Versäuerung wird hauptsächlich durch die Wechselwirkung von Stickoxid- (NOx) und Schwefeldioxidgasen (SO2) mit anderen Bestandteilen der Luft wie dem Hydroxyl-Radikal verursacht. Das Maß für die Tendenz einer Komponente, säurewirksam zu werden, ist das Säurebildungspotential AP (Acidification Potential). Es wird für jede säurebildende Substanz relativ zum Säurebildungspotential von Schwefeldioxid angegeben.

PEI e, PEI ne

Als Primärenergieinhalt wird der zur Herstellung eines Produktes oder einer Dienstleistung erforderliche Verbrauch an energetischen Ressourcen bezeichnet. Er wird aufgeschlüsselt nach erneuerbaren und nicht erneuerbaren Energieträgern angegeben. Als nicht erneuerbare Energieträger gelten Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle sowie Uran. Als erneuerbar gelten Holz, Wasserkraft, Sonnenenergie und Windenergie.
Der Primärenergieinhalt nicht erneuerbar - PEI ne - berechnet sich aus dem oberen Heizwert all jener nicht erneuerbaren energetischen Ressourcen, der Primärenergieinhalt erneuerbar - PEI e - entsprechend aus erneuerbaren energetischen Ressourcen, die in der Herstellungskette des Produkts verwendet wurden.

POCP

Photooxidantien sind eine Mischung aus gesundheitsschädlichen, reaktionsfreudigen Gasen, die sich unter Sonnenwirkung auf anthropogene Emissionen (insbesondere Stickoxidverbindungen und Kohlenwasserstoffe aus Abgasen) bilden. Ozon ist dabei das wichtigste Produkt dieser photochemischen Reaktion.

EP

Im Eutrophierungspotential EP wird der Beitrag einer Substanz, die Stickstoff oder Phosphor enthält, zur Produktion von Biomasse angegeben.

OI3Kon

Der Ökoindex für Baukonstruktionen OI3Kon wird aus den drei Ökokennzahlen PEI ne (Bedarf an nicht erneuerbaren Energieträgern), GWP (Treibhauspotential) und AP (Versauerungspotential) berechnet. Der Wertebereich des OI3Kon beträgt für übliche Konstruktionen ca. -30 bis 120 Punkte. Je höher der OI3Kon, umso ökologisch aufwendiger ist die Baukonstruktion. Negative Punkte sind nur durch ökologisch besonders optimierte Konstruktionen zu erreichen.